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Der Süntelstein von Vehrte

A1/A30 Nähe Vechta


Als ich mit einem Freund den Süntel- oder Teufelsstein in einem Waldstück bei Vehrte suchte, staunten wir nicht schlecht, als uns plötzlich dieses teuflisch grinsende Gesicht anstarrte.

Das Interessanteste daran - die Konturen der Gesichtszüge sind wirklich da, sie sind lediglich mit Farbe hervorgehoben. Der Süntelstein ist ein Granitblock, der durch die Eiszeit vor ca. 200.000 Jahren aus Skandinavien hierher gelangte. Der aufrecht gestellte Findling ist 3,7m hoch und soll früher von einem Kranz kleinerer Steine umgeben gewesen sein.



Möglicherweise ist dieser Megalith ein Kultstein der jüngeren Steinzeit. In seiner Umgebung hat es wahrscheinlich weitere Megalithbauten gegeben, die aber bei Rodungsarbeiten in den letzten Jahrhunderten zu einem mächtigem Wall auf der benachbarten Wiese zusammengetragen wurden.

Die Sage vom Süntelstein:

(nach J. Sudendorf, 1853)


Als die erste Kirche zu Venne gebaut wurde, da hauste noch der Teufel im Vehrter Bruche jenseits des Berges, wo der Teigtrog und der Backofen desselben bis auf den heutigen Tag zu sehen sind. Dem mißfiel sehr dies heilige Werk des Kirchenbaues. Um die Tür der Kirche zu sperren, holte er um die Mitternachtsstunde einen großen Granitblock, band eine dicke Kette kreuzweise herum und begann dann auf seinem Rücken ihn bergaufwärts zu schleppen Der Stein war aber so schwer daß trotz seiner riesigen Stärke ihm doch recht höllisch heiß wurde. Manchmal blieb er stehen, um zu verschnaufen. Die Zeit verstrich inzwischen bis zum Grauen des Morgens. In dem Augenblicke, als er gerade oben am Berge ankam, schoß von Osten zu ihm herüber der erste Strahl der aufgehenden Sonne und ein wachsamer Hahn krähte vom Venner Thale herauf seinen Morgengruß. Da ging das nächtliche Walten des Teufels zu Ende. Wütend erfaßte er den Stein am Kopfe und stieß ihn mit aller Kraft in den harten Boden des Berges.

Seitdem hat der Teufel die Gegend verlassen. Der Stein steht noch auf derselben Stelle wo er in die Erde gestampft wurde; aber von dem gewaltigen Stoße hat er da, wo die Kette ihn umschloß, in der Mitte und von oben nach unten zwei durchgehende Risse bekommen. Auch sind die Spuren der Kette an den äußeren Rändern dieser Risse noch sichtbar, und an der nach Venne gekehrten Seite des Steins sieht man deutlich die Eindrücke von dem Körper des Teufels; denn die höllische Hitze seines Leibes hat den Granit geschmolzen, wo er ihn berührte.


© 2000 Andreas Erlenkötter
Quelle: www.dasvermaechtnis.de

 
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