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Die Steinkammer von Züschen

A48/A44 - weitere Nähe Marburg


Wäre der Weg zur Steinkammer von Züschen nicht so gut ausgeschildert, wären wir beinahe an ihr vorbeigelaufen. Denn anstelle eines imposanten steinernen Bauwerkes auf einem Hügel findet man hier einen überdachten Eisenkäfig vor, der eher ein Schuppen für die hiesigen Landwärte hätte sein können. Um so ärgerlicher war es, dass wir uns ausgerechnet einen Tag ausgesucht hatten, an dem die Pforten verschlossen waren und es nicht mehr gelohnt hätte, den Schlüssel vom Fritzlarer Museum zu holen, den man zur Besichtigung dort erhalten hätte können. Die Fotos hier sind also quasi durch die Gitterstäbe entstanden.

Aber man kann verstehen, dass dieses "Galeriegrab" geschützt wird, wo es doch Jahrtausende der Erosion getrotzt hat und nicht zuletzt wohl durch die schützenden Gitter nun noch so gut erhalten ist.

Erst 1894 von einem Bauer entdeckt, besteht die Züschener Steinkammer aus 25 behauenen Sandsteinquadern, die ein regelmässiges Rechteck von 20 mal 2,5 Metern bilden und jeder 1 bis 3 Tonnen wiegt. Im Inneren fand man Bruchstücke der Decksteine, die leider wohl alle schon in vorgeschichtlicher Zeit abhanden gekommen sein müssen. Auffällig ist ein kreisrundes Loch von ca. einem halbem Meter Durchmesser in einem der Begrenzungssteine, das "Seelenloch", durch das angeblich die Seelen der Verstorbenen ent-weichen konnten. Überreste von 27 Bestattungen und Tongefäße wurden in der Kammer gefunden und die Konstruktion der Kammer weist Ähnlichkeiten mit Galeriegräbern aus Nordfrankreich auf - hier wird eine gegenseitige Einflussnahme für möglich gehalten.

Interessant ist auch hier wieder die Ausrichtung der Anlage - entlang der Achse kann man durch das Seelenloch den Gipfel des nahgelegenen Wartbergs anpeilen. Zusätzlich findet man viele Ritzzeichnungen auf den Steinen, leider kamen wir aufgrund des Käfigs nicht nah genug heran, um sie näher zu studieren.

© 2000 Andreas Erlenkötter
Quelle: www.dasvermaechtnis.de

 
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