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Walpurgisnacht - Maifest - Beltane


Vornehmlich in der Nacht zum 1. Mai versammeln sich die Hexen zu ihrem Hexensabbat. Auch Wonnetag / Hohe Maien/ Maiabend / Maifest genannt. Termin: 2. Vollmond nach Ostara; in der Gesellschaft sind jedoch 30. Ostaramond und 1. Wonnemond verankert. Das Fest hat viel Ähnlichkeit mit blota i moti sumri und die beiden Feste werden oft vertauscht.

Bevorzugt auf Besen, auch auf Ziegenböcken, Gänseküken oder Kutschen, die von vier Enten gezogen werden, fliegen sie zu ihren Versammlungsorten, deren bekanntester der Blocksberg (Brocken) im Harz ist.

Wo der Aberglaube schießt, werden in dieser Nacht Rituale zur Vertreibung der Hexen vollzogen. Für wirksam gelten Lärmen mit Stahlgerät, Geläut von Glocken und die Verbrennung von Strohpuppen.

Wer hingegen die Hexen beim Auszug beobachten möchte, der muß um das Dorf eine Furche ziehen. Unter den Pflug kauere man sich und harre der Dunkelheit. Die zu ihrem Tanzplatz reisenden Hexen erscheinen dem Beobachter dann wie eingangs beschrieben (Kuhn u. Schwartz 1983, S. 378).

Es gibt mehrere Theorien, welchem Gott dieses Fest gewidmet war:

Walpurgis war eine Frühlingsgöttin, deren Heilige Hochzeit in weiten Gebieten Deutschlands mit ausgelassenen Festen gefeiert wurde. Im Nordharz geht der Glaube, die Hexen tanzten in dieser besonderen Nacht den Schnee endgültig weg, so daß endlich Frühling werden kann. In Sachsenburg, Unseburg und Wernigerode wird angenommen, daß die Hexen am zwölften Tage wiederkehrten, um zu sehen, daß der Schnee wirklich verschwunden ist. Statt ihrer und dem Teufel ist auch vom großen Riesen und den kleinen Zwergen die Rede (Kuhn u. Schwartz 1983, S. 376).

Die christliche Mission machte aus Walpurgis die heilige Walburga, die im 8. Jahrhundert als Äbtissin dem Doppelkloster von Heidenheim vorstand. Hier lebten Männer und Frauen in Kultgemeinschaft und führten christlich verbrämt alte heidnische Kulte fort.

Der Name Beltane kommt aus dem keltischen und wird europaweit als heidnisches Hochfest gefeiert. Für die Hexenkultanhänger ist es sogar das oberste Fest im Jahr. Zu Beltane steht das Tor zu Anders-welt weit offen. Es stellt den Übergang vom Frühling zum Sommer da und bedeutet übersetzt soviel wie "leuchtendes Feuer". Geweiht ist dieses Fest dem keltischen Lichtgott "Belenos" bzw. "Baal" und findet seine Entsprechung in der nordischen Mythologie im Asengott "Baldur" bzw. "Baldr". Als Elemente enthält des Beltanefest das Feuer, welches Seuchen fern halten soll und allgemein der Reinigung gilt sowie den Maibaum, der als Phallussymbol die Fruchtbarkeit symbolisiert und mit dem nordischen Weltenbaum Yggdrasil assoziiert wird. Als Totemtier wird je nach Region der Storch oder Kranich verwendet.

Die christliche Kirche deutete dieses heidnische Frühlingsfest in eine Anbetungsnacht für den Teufel um und änderte auch gleichzeitig den Namen in Walpurgisnacht um. Der Grund: Die katholische Kirche weihte diesen Tag der heiligen Walpurga, die 778 n.Zt. als Äbtissin des Klosters Heidenheim verstarb. Sie war die Patronin der Mägde und Bäuerinnen. Außerdem galt sie als Beschützerin vor Zauberkünsten, die die unheilvollen Aktionen der Hexen und Unholde stören konnte. Beim Abwehren der Hexen und bösen Geister wurde vorzugsweise das Kreuz benutzt und mit Kreide z.B. auf Rücken gezeichnet. 

Das Fest der Walburga wurde im Heiligenkalender auf den 25. Februar, dem Tag der Überführung ihrer Gebeine in das Kloster Eichstätt. Offensichtlich sollten Walburga und die Feste der Maikönigin zeitlich getrennt werden, um den Faden zu den heidnischen Wurzeln abzuschneiden.

Das ist aber nicht recht gelungen, denn Walpurgisnacht und Maifeiern sind nach wie vor nicht nur bei Hexen beliebt und volkstümlich.

 
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