Start Namenskunde
PDF  | Drucken |

Germanische Namenskunde

Nomen est Omen!
("Der Name ist ein Vorzeichen")


Vorwort:
Ab und zu fragt man sich wirklich, was in den Köpfen so mancher Prominenter vorgeht. Ich weiß ja nicht, vielleicht ist es ja heute kosmopolitisch schick, seinen Kindern so wohlklingende Namen wie "Jaden Gil" (Sohn von Steffi Graf), "Cosma Shiva" (Tochter von Nina Hagen) oder "Noah Gabriel" bzw. "Elias Balthasar" (Kinder von Boris Becker) zu geben. Ich jedenfalls finde es idiotisch, wenn Eltern für ihre Neurosen und Macken ihre eigenen Kinder bestrafen. Diese Beispiele mögen für unsere heutigen Ohren ziemlich exotisch anmuten, doch eigentlich sind Namen wie "Thomas", "Hans" oder "Susanne" nicht weniger fremdartig. Der einzige Unterschied besteht hier in der bereits abgeschlossenen Gewöhnung bzw. der Assimilierung ins Deutsche...

Hier wollen wir nun kurz germanische Namen vorstellen. Bei den germanischen Namen haben wir uns auf die geläufigsten beschränkt. Durch diese Aufstellung glauben wir, den Gegensatz zwischen germanisch-heidnischen und jüdisch/christlichen Namen am besten darstellen zu können. Wir beabsichtigen mit dieser Seite auch keine Heraldik sondern wollen nur einen groben Überblick über Ursprung und Bedeutung von Vornamen geben.

Der Sinn dieser Gegenüberstellung ist folgender:

  • Hinweis darauf, dass Namen nicht nur "Etiketten" sind sondern einer tieferen Bedeutung zugrunde liegen
  • Aufzeigen von alternativen germanisch-heidnischen Namen
  • Hinweis auf die Verarmung des Namensangebot
  • Hilfe für Menschen die einen wirklich passenden Namen für ihr Kind suchen

Fakten und wichtige Stationen zur Metamorphose der Namensgebung in Mitteleuropa:

  • bei 1000 Menschen haben durchschnittlich 4 denselben Namen
  • in christlicher Vorzeit trugen von je 1000 Menschen durchschnittlich 43 denselben Namenin
  • in Rottweil (Süddeutschland) gab es im 13.Jahrhundert erst 4 christliche Vornamen
  • in Stralsund übernahm im 13.Jahrhundert jeder 5.Mann den christlichen Namen "Johannes"
  • in Lübeck hatten zur gleichen Zeit 18% der Männer ebenfalls den Vornamen "Johannes"
  • in Breslau des 14. Jahrhunderts hatten nur noch 13% der Männer germanische Vornamen
  • 1527 n.Chr. wurde in der Schweiz ein Kalender eingeführt mit ausschließlich syrisch-hebräischen Namen
  • der Reformator Johannes Calvin (1509-1564) ließ in Genf zur Taufe nur noch biblische Namen zu
  • in Bern trugen 1530 n. Chr. nur noch 8,4% der männlichen Bevölkerung germanische Namen
  • in Bern trugen 1530 n. Chr. nur noch 0,72% der weiblichen Bevölkerung germanische Namen
  • in Königsberg trugen 1651 n. Zt. nur noch 2,5% der Bevölkerung germanische Namen
  • in München reichten 1965 für die Hälfte aller Neugeborenen 29 verschiedene Namen aus
  • in Berlin reichten 1967 für die Hälfte aller Neugeborenen 37 verschiedene Namen aus

Auswertung der christlichen Namen nach Bedeutungsgehalt:

Name nach Gott bzw. Jahwe: 38%

Name nach sonstigen Dingen: 34%

Name nach Herkunft und Erbe: 16%

Name nach Partnerschaft und Liebe: 12%


Auswertung der germanischen Namen nach Bedeutungsgehalt:

Name nach Kampf, Krieg & Waffen: 25%

Name nach sonstigen Dingen: 20%

Name nach Schutz: 11%

Name nach Weisheit & Rat: 10%

Name nach Heimat, Volk & Erbe: 10%

Name nach Ruhm & Ehre: 7%

Name nach Herrschaft: 7%

Name nach einem Tier: 6%

Name nach Freundschaft: 4%


Da die meisten germanischen Vornamen aus zwei Wortwurzeln bestehen, sind diese in Einzelfällen leicht, in logischer Form abgeändert. Zum Beispiel würde "Hartmut" wörtlich übersetzt "harti = stark / "muot = Mut, Geist" heißen. Solche Namensdeutungen werden dann sinngemäß in "starker Geist" abgeändert. Unter "germanisch-heidnischen Namen" versteht man auch keltische, schwedische und althochdeutsche Vornamen.

 
Copyright © 2017 Runenkunde.de. Alle Rechte vorbehalten.
weitere Informationen unter Impressum
 

Wer ist online

Wir haben 83 Gäste online

Besucher seit 2001

Seitenaufrufe : 2822361

Buchempfehlung

Banner