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Die Steintänze von Boitin

Nähe Güstro A14/A19


Ein weiter Fußweg durch die mecklenburgischen Wälder war nötig um die (meiner Meinung nach) schönsten Steinkreise Deutschlands zu entdecken. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Steinkreise in Deutschland? Tatsächlich, vor uns liegen besonders schöne Exemplare jener mysteriösen Megalith-Kultstätten, die auf den britischen Inseln bereits zu neuen Wallfahrtsorten geworden sind.



Auf einer Waldlichtung stehen 25 bis zu mannshohe Menhire, geordnet in drei Steinkreise. Ein vierter steht 150 Meter entfernt im Wald. Wie bei den britischen Verwandten sind auch diese Steine nach einem akribisch geplanten Muster aufgestellt, es handelt sich hier um höchst komplizierte geometrische Gebilde. Sie stellen komplexe Codierungen für astronomisch begründete kultische Ereignisse dar - die Erbauer müssen wahre Experten in Naturwissenschaften gewesen sein.





 

 

 

 

 

 

Verbindet man die Mittelpunkte der drei eng beieinanderliegenden Kreise durch gedachte Linien, entsteht ein gleichschenkliges Dreieck. Um dieses konstruieren zu können, musste man die Gesetzmäßigkeiten des rechtwinkligen Dreiecks beherrschen - also kannten die Erbauer den Satz des Pythagoras - tausend Jahre vor Pythagoras!


Auch eine astronomische Systematik ist zu erkennen. Die Basis des Dreiecks und die Verlängerung zum vierten Steinkreis weisen in südöstliche Richtung. Im Südosten gibt es für diesen Standort mindestens zwei astronomische Ereignisse mit kultischer Bedeutung: den Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende und den südlichsten Aufgangspunkt des Mondes. Außerdem sind die Steinsetzungen auf Fixsterne hin ausgerichtet. Der größte Stein der Anlage ist knapp 2 Meter hoch, sonderbar geformt und mit 12 von oben nach unten angeordneten quadratischen Löchern bestückt - welchem Zweck sie dienten, bleibt ein Rätsel.




Während ich gerade die Cromlechs für mich entdeckte und erforschte, fand mein Kumpel Stefan Lenz diesen Baum, der als weiteres Rätsel wieder einen Beweis für die Besonder- heit dieser Orte darstellt. Ich kenne mich zwar botanisch nicht so gut aus, um wissen zu können, ob sowas öfter vorkommt, aber dieser Zweig wächst aus der einen Seite in einem Bogen direkt wieder in einen anderen Ast hinein. Lenz empfand es als so ungewöhnlich, dass es ja nur eine Einladung sein konnte, genau durch diesen Bogen zu klettern - gedacht, getan.

 

© 2000 Andreas Erlenkötter Quelle: www.dasvermaechtnis.de

 
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