Asgard das Reich der Götter

Asgard - Sitz der Götter

Asgard ist in der nordischen Mythologie die Heimat der Asen, des mächtigsten Göttergeschlechts. Der Name bedeutet wörtlich "Gehege der Asen" (altnordisch: Ásgarðr) und bezeichnet jene himmlische Burg, in der Odin, Thor und die anderen Götter residieren.

Als einer der neun Welten nimmt Asgard eine zentrale Stellung im germanischen Weltbild ein. Die Götterwelt thront hoch über der Menschenwelt Midgard und ist nur über die Regenbogenbrücke Bifröst erreichbar.

Asgard im Weltenbaum

Nach der Vorstellung unserer Vorfahren ruht das gesamte Universum auf dem Weltenbaum Yggdrasil. In seinen Ästen und Wurzeln liegen die neun Welten, wobei Asgard in der Krone des Baumes angesiedelt ist - dem höchsten Punkt des Kosmos.

Die neun Welten der germanischen Kosmologie:

  • Asgard - Reich der Asen
  • Vanaheim - Reich der Wanen
  • Alfheim - Reich der Lichtelfen
  • Midgard - Reich der Menschen
  • Jötunheim - Reich der Riesen
  • Svartalfheim - Reich der Schwarzelfen/Zwerge
  • Niflheim - Reich des Nebels und der Kälte
  • Muspelheim - Reich des Feuers
  • Helheim - Reich der Toten

Die Hallen von Asgard

Asgard beherbergt zahlreiche prächtige Hallen und Paläste, in denen die verschiedenen Götter residieren. Die bekanntesten sind:

Walhalla - Die Halle der Gefallenen

Walhalla (altnordisch: Valhöll) ist Odins große Halle, in der die Einherier - die im Kampf gefallenen Krieger - auf Ragnarök warten. Die Halle hat 540 Tore, durch die jeweils 800 Krieger gleichzeitig ausziehen können. Täglich kämpfen die Einherier gegeneinander, um abends wieder zu gesunden und gemeinsam zu feiern.

Bilskirnir - Thors Halle

Die Halle des Donnergottes Thor ist mit 540 Räumen die größte in Asgard. Hier residiert Thor mit seiner Frau Sif und empfängt die Seelen verstorbener Knechte und Mägde.

Sessrumnir - Freyas Halle

Die Göttin Freya herrscht in Sessrumnir, wo sie die Hälfte der gefallenen Krieger empfängt - die andere Hälfte geht zu Odin nach Walhalla.

Weitere wichtige Orte

  • Gladsheim - Versammlungsort der Götter mit den zwölf Thronen
  • Vingólf - Halle der Göttinnen
  • Hlidskjalf - Odins Hochsitz, von dem er alle Welten überblickt
  • Idavöllr - Das zentrale Feld, auf dem die Götter sich versammeln

Bifröst - Die Regenbogenbrücke

Die einzige Verbindung zwischen Asgard und den unteren Welten ist Bifröst, die brennende Regenbogenbrücke. Der Gott Heimdall bewacht diese Brücke Tag und Nacht. Mit seinem scharfen Gehör und Blick erkennt er jeden Feind, der sich nähert.

Bei Ragnarök, dem Weltuntergang, werden die Feuerriesen unter Führung Surts über Bifröst marschieren, wobei die Brücke unter ihrem Gewicht zusammenbricht.

Die Befestigung Asgards

Eine berühmte Sage erzählt, wie Asgard seine mächtigen Mauern erhielt. Ein Baumeister bot an, die Burg in nur einem Winter zu errichten - als Lohn verlangte er die Göttin Freya, die Sonne und den Mond. Die Götter stimmten zu, überzeugt, dass die Aufgabe unmöglich sei.

Doch mit Hilfe seines Hengstes Svadilfari machte der Baumeister so schnelle Fortschritte, dass die Götter um ihren Einsatz fürchteten. Loki verwandelte sich in eine Stute und lockte Svadilfari fort - der Baumeister verfehlte die Frist. Als er seinen Zorn offenbarte und sich als Riese entpuppte, erschlug Thor ihn mit seinem Hammer. Aus der Verbindung Lokis mit Svadilfari ging das achtbeinige Pferd Sleipnir hervor, das fortan Odin trug.

Das Ende Asgards

Die nordische Mythologie kennt kein ewiges Bestehen. Bei Ragnarök, der Götterdämmerung, wird auch Asgard untergehen. Die Riesen und Mächte des Chaos werden gegen die Götter ziehen. Odin fällt gegen den Wolf Fenrir, Thor im Kampf gegen die Midgardschlange.

Doch nach dem Untergang, so berichten die Völuspa und andere Quellen, wird eine neue, bessere Welt entstehen. Einige Götter überleben und die Erde erhebt sich grün und fruchtbar aus dem Meer.