Germanische Rezepte und Met

Germanische Rezepte

Die Küche der Germanen und Wikinger war geprägt von den verfügbaren Zutaten ihrer Zeit: Wild, Fisch, Getreide, Milchprodukte und natürlich Honig. Auf diesen Seiten finden sich Rezepte, die einen Einblick in die kulinarische Welt unserer Vorfahren geben.

Anders als oft angenommen war die germanische Küche keine primitive Angelegenheit. Die archäologischen Funde zeigen eine durchaus vielfältige Esskultur: Brotbacken mit verschiedenen Getreidesorten, Räuchern und Pökeln zur Haltbarmachung, das Brauen von Bier und Met sowie die Zubereitung von Eintöpfen in großen Kesseln. Gewürzt wurde mit Kräutern wie Dill, Kümmel, Senf und Koriander — allesamt im nordeuropäischen Raum heimisch oder früh kultiviert.

Essen im Rhythmus des Jahreskreises

Die Ernährung folgte dem natürlichen Jahresrhythmus. Im Frühling und Sommer standen frische Kräuter, Milchprodukte und Fisch im Vordergrund. Der Herbst brachte die Ernte und die große Schlachtzeit — viele Tiere konnten nicht über den Winter gefüttert werden und wurden zu Rauchfleisch und Würsten verarbeitet. Die Wintermonate waren die Zeit der Vorräte: Getreidebrei, getrockneter Fisch, Pökelfleisch und Käse bildeten die Grundlage. Zu den Festen des Jahreskreises gab es besondere Speisen, die oft rituellen Charakter hatten.

Getränke

Met selber brauen

Met - der Honigwein der Götter. Eine ausführliche Anleitung zum Brauen des ältesten alkoholischen Getränks der Menschheit.

Met - Das Getränk der Götter

Met (Honigwein) gilt als das älteste alkoholische Getränk der Menschheit. In der nordischen Mythologie spielt er eine besondere Rolle: Der Dichtermet Odrörir verleiht demjenigen, der ihn trinkt, die Gabe der Dichtkunst und Weisheit.

Odin selbst stahl diesen magischen Met von den Riesen und brachte ihn nach Asgard. In den Hallen von Walhall wurde den gefallenen Kriegern Met von den Walküren gereicht.

Historischer Hintergrund

Die Ernährung der Germanen basierte auf dem, was die Natur und einfache Landwirtschaft hergaben:

  • Fleisch: Wild, Schwein, Rind, Schaf, Ziege
  • Fisch: Besonders in Küstennähe und an Flüssen
  • Getreide: Gerste, Hafer, Roggen, Dinkel
  • Gemüse: Kohl, Rüben, Erbsen, Bohnen
  • Milchprodukte: Käse, Butter, Quark
  • Süßungsmittel: Honig (Zucker war unbekannt)

Festliche Speisen

Zu den großen Festen des Jahreskreises wurden besondere Speisen zubereitet. Zum Julfest gehörte traditionell der Juleber — ein Schwein, das zu Ehren des Gottes Freyr geschlachtet wurde. Das gemeinsame Mahl hatte stets auch eine rituelle Komponente: Ein Teil der Speisen und Getränke wurde den Göttern und Ahnen geopfert, bevor die Gemeinschaft aß und trank.

Zu Ostara im Frühling kamen die ersten frischen Kräuter und Eier auf den Tisch. Die Sommersonnenwende wurde mit Festgelagen unter freiem Himmel begangen. Im Herbst, zur Erntezeit, waren die Tafeln am reichsten gedeckt — Fleisch, frisches Brot und neuer Met in Fülle.